Lineare Interpolation im Vergabeverfahren

Warum die pauschale Kritik an der Methode ungerechtfertigt ist

Titeldaten Zusätzliche Informationen
  • Ferber, Thomas
  • Vergabe Navigator
  • Heft 5/2017, S. 5-10
    Aufsatz
Abstract
Der Verfasser erläutert verschiedene Formen der linearen Interpolation und arbeitet die Vorteile und Schwächen der Methode in verschiedenen Ausgestaltungen heraus. Er kommt zu dem Ergebnis, dass Methoden, die eine lineare Interpolation um den Median oder den Mittelwert (arithmetisches Mittel) der Angebotspreise durchführen, bei denen einer oder beide Stützstellen der Interpolationsgeraden variabel einstellbar sind oder die auf der Preisspanne zwischen billigstem und teuersten Angebot basieren, nicht empfehlenswert seien, da sie zu Wettbewerbsverzerrungen führen können. Von einer Anwendung solle daher abgesehen werden. Die lineare Interpolationsmethode mit den beiden Stützstellen „günstigster Preis“ und „zweifaches des günstigsten Preises“ sei hingegen unter Vorgabe von Punktzahlen für die Mindestleistung und Preisobergrenzen eine anwendungstaugliche Bewertungsmethode und stehe auch nicht im Widerspruch zum Begriff des Preis-Leistungs-Verhältnisses. Eine pauschale Kritik an der linearen Interpolation sei daher nicht gerechtfertigt.
Robert Thiele, MBA, forum vergabe e.V., Berlin