Titeldaten
- Schlömer-Laufen, Nadine; Schneider, Sebastian; Reiff, Annika
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Heft 6/2025
S.277-279
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Aufsatz
Abstract
Der Beitrag fasst die wesentlichen Ergebnisse eines Forschungsprojekts zusammen, das das Institut für Mittelstandsforschung, Bonn, durchgeführt hat. Dieses zielte auf die Ermittlung der monetären Kosten für den bürokratischen Aufwand, den mittelständische Unternehmen bei der Beteiligung an öffentlichen Ausschreibungen haben, einerseits und auf die Feststellung der sog. psychologischen Kosten (durch Frustration oder Verärgerung über die mit der Beteiligung an der Ausschreibung verbundenen Anforderungen und Schwierigkeiten) andererseits ab. In der Studie wurde zwischen kleinsten, kleinen und mittleren Unternehmen unterschieden, wobei die Einordnung bzw. Kategorisierung nach Umsatz und Beschäftigtenzahl erfolgte. Wesentliches Ergebnis der Studie war, dass der Kostenaufwand bei kleinsten Unternehmen – auch absolut – am höchsten war, was mit Skaleneffekten und Ablaufroutinen erklärt wurde, die mit zunehmender Unternehmensgröße zu einer Kostenverringerung führten. Demgegenüber waren die festgestellten „psychologischen Kosten“ offensichtlich weitgehend von der Unternehmensgröße unabhängig. Diese wurden in den Bereichen der Suche von Ausschreibungen, der formalen Zusammenstellung der Angebotsunterlagen und der Angebotsabgabe festgestellt. Insbesondere der zweitgenannte Schritt erwies sich offensichtlich als Auslöser von Stress und Ärger. In den abgeleiteten Empfehlungen wird daher ein „once only“-Prinzip angeregt, wonach Unternehmen ihre an öffentliche Stellen zu übermittelnden Daten nur einmal – und nicht wiederholt – übermitteln müssen sollten. Außerdem wird in den Raum gestellt, auf Nachweispflichten (teilweise) zu verzichten.
Dr. Martin Dieckmann, ESCHE SCHÜMANN COMMICHAU, Hamburg