Planung und Ausführung von Bauleistungen

Begriffshistorische Auslegung des öffentlichen Bauauftrags im Kontext des EU-Vergaberechts
Titeldaten
  • Schröder, Holger
  • NZBau - Neue Zeitschrift für Bau- und Vergaberecht
  • Heft 6/2025
    S.352-357
Zusätzliche Informationen:
Aufsatz

§ 3 Abs. 6 VgV

Abstract
Seit der „eForms“-Gesetzesänderung im Jahr 2023 steht fest, dass funktional zusammengehörige Planungsleistungen bei der Auftragswertschätzung zwingend gemeinsam zu berücksichtigen sind. Um einer befürchteten verstärkten Anwendung des EU-Vergaberechts auf Planungsvergaben entgegenzuwirken, wird seitdem unter dem Schlagwort „alternatives Beschaffungskonzept” diskutiert, ob Bau- und Planungsleistungen in einer „gemeinsamen Vergabe” addiert und die Planungsleistungen anschließend gemäß § 3 Abs. 9 VgV als Fachlose national vergeben werden können. Der Beitrag stellt diese Sichtweise infrage. Aus einer begriffshistorischen Auslegung der EU-Vergaberichtlinien lasse sich ableiten, dass eine „gemeinsame Vergabe” der Planung und der Ausführung von Bauleistungen die Beauftragung eines einzigen Auftragnehmers voraussetzt und eine Losbildung ausschließt.
Peter Oriwol, CMS Hasche Sigle, Leipzig