Titeldaten
- Liauw, Simona ; Grolle-Hüging, Remus
- NZBau - Neue Zeitschrift für Bau- und Vergaberecht
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Heft 12/2025
S.747
Zusätzliche Informationen:
Aufsatz
Abstract
Der Beitrag beschäftigt sich mit der Integrierten Projektabwicklung (IPA) als Modell für Bauprojekte, die auch in Deutschland für komplexe und nachsteuerungsintensive Großprojekte eingesetzt wird. IPA zeichnet sich durch Merkmale wie ein Mehrparteiensystem, frühzeitige Einbindung von Schlüsselbeteiligten, gemeinsames Risikomanagement, kollektive Entscheidungen, Anreizsysteme, kollaborative Arbeitsmethoden, lösungsorientierte Konfliktbearbeitung und eine kooperative Grundhaltung aus. Die Autoren argumentieren, dass IPA als Gesamtkonzept zwar für kleinere bzw. weniger komplexe Projekte ungeeignet sei, einzelne Elemente des Ansatzes aber dennoch in klassische Projektabwicklungsmodelle übertragen werden können. Besonderen Wert legen sie dabei auf eine bewusste Projektvorbereitung, kollaborative Projektkultur, sorgfältige Auswahl der Projektbeteiligten und gezielte Konfliktbearbeitung. Übertragbare Methoden umfassen unter anderem Lean Construction, agile Methoden, BIM, gezieltes Personal- und Besprechungsmanagement (wieder vermehrt in Präsenz) und den Einsatz eines neutralen Projektcoachs. Insgesamt empfehlen die Autoren, das „Gute“ aus der IPA auch in konventionelle Modelle zu integrieren, um Projekterfolge zu fördern.
Dr. Jan Helge Mey, LL.M. (McGill), BHO Legal, Köln