Wann sind Fristen angemessen?

Titeldaten
  • Ferber, Thomas
  • VergabeFokus
  • Heft 1/2026
    S.16-20
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Aufsatz

Abstract
Der Verfasser behandelt in seinem Beitrag die Angemessenheit von Angebots- und Teilnahmefristen in Vergabeverfahren. Der Autor zeigt auf, dass die in den Vergabeordnungen vorgesehenen Mindestfristen lediglich eine Untergrenze darstellen und im Einzelfall an die konkreten Umstände anzupassen sind. Maßgeblich für eine angemessene Frist sind insbesondere die Komplexität des Auftrags, der Umfang der geforderten Nachweise sowie die für die Angebotserstellung erforderliche Zeit. Auch tatsächliche Rahmenbedingungen wie Urlaubszeiten, Feiertage oder notwendige Ortsbesichtigungen sind zu berücksichtigen. Anhand eines Beispielfalls aus der Weihnachtszeit verdeutlicht er, dass formal eingehaltene Mindestfristen unangemessen sein können. Der Beitrag stellt zudem dar, in welchen Konstellationen Fristverlängerungen zwingend vorzunehmen sind, wie etwa bei eingeschränktem Zugang zu den Vergabeunterlagen, bei erforderlichen Ortsbesichtigungen oder bei nicht rechtzeitig bereitgestellten Informationen. Abschließend weist der Autor darauf hin, dass zu kurze Fristen von Bietern frühzeitig gerügt werden müssten.
Robert Thiele, MBA, BMDS, Berlin