Künstliche Intelligenz im Vergabeverfahren – Ein Update

Titeldaten
  • Braun, Christian
  • NZBau - Neue Zeitschrift für Bau- und Vergaberecht
  • Heft 3/2026
    S.164-168
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Aufsatz

Abstract
Einleitend zeigt der Verfasser, dass KI im Vergabeverfahren zwar als Mittel zur Beschleunigung und Modernisierung diskutiert wird, bisherige Erfahrungen aber deutliche Grenzen erkennen lassen, insbesondere durch Halluzinationen und unzuverlässige Ergebnisse. Anschließend befasst er sich mit KI-generierten Angeboten und Konzepten. Ein generelles Verbot solcher Texte hält er für schwer begründbar und praktisch kaum kontrollierbar. Sinnvoller erscheinen Offenlegungspflichten in den Vergabeunterlagen sowie Aufklärungsgespräche zur Prüfung der fachlichen Durchdringung durch den Bieter. Den unterstützenden KI-Einsatz durch öffentliche Auftraggeber bewertet er grundsätzlich als zulässig. Der Einsatz in Nachprüfungsinstanzen sei demgegenüber als Hochrisiko-KI einzuordnen, während KI in der vergaberechtlichen Beratung bislang nur begrenzt reguliert sei. Abschließend betont der Verfasser, dass KI die Vergabepraxis bereits verändert habe und Verwaltung, Justiz und Anwaltschaft deshalb KI-Kompetenz aufbauen müssen.
Robert Thiele, MBA, BMDS, Berlin