Das Verhältnis zwischen der Europäischen Union und dem Vereinigten Königreich im Bereich der Verteidigung – Kooperation auch bei der Verteidigungsbeschaffung

Titeldaten
  • Neumann, Dieter
  • VergabeR - Vergaberecht
  • Heft 2a/2026
    S.354-360
Zusätzliche Informationen:
Aufsatz

Abstract
Der Verfasser untersucht das Verhältnis zwischen der Europäischen Union und Großbritannien im Bereich Verteidigung mit besonderem Blick auf die Verteidigungsbeschaffung. Ausgangspunkt ist die seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine neu ausgerichtete EU-Verteidigungspolitik. Zunächst stellt er die Beschaffungs- und Finanzierungsinstrumente der EU dar, darunter den Europäischen Verteidigungsfonds, PESCO, EDIRPA, ASAP, Readiness 2030 und SAFE. Sodann erläutert er die Wiederannäherung von Großbritannien an die europäische Verteidigungszusammenarbeit nach dem Brexit. Behandelt werden unter anderem die E5-Gruppe, die Ukraine Defence Contact Group, das Trinity-House-Abkommen und die Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft von 2025. Diese Partnerschaft eröffnet neue Dialogformate, enthält aber keine konkreten Vorhaben zur gemeinsamen Beschaffung von Verteidigungsgütern. Anschließend zeigt er auf, dass Großbritannien im Bereich der Verteidigungsvergabe mangels Sondervereinbarung den Status eines Drittstaats hat. Für Unternehmen aus Großbritannien bleibt die Beteiligung an Ausschreibungen in EU-Staaten grundsätzlich möglich, ist aber mit zusätzlichem Aufwand verbunden. Einen Schwerpunkt bildet das SAFE-Instrument nach der Verordnung (EU) 2025/1106 und die gescheiterte Beteiligung von Großbritannien wegen des finanziellen Beitrags. Abschließend weist der Verfasser darauf hin, dass weitere Schritte zu einer vertieften Zusammenarbeit im Beschaffungsbereich abzuwarten bleiben.
Robert Thiele, MBA, BMDS, Berlin